Diesen Ort zu vergessen, käme einem Verbrechen gleich.

Heute fanden die Gedenkveranstaltungen rund um den 70. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen mit der Einweihung der Gedenkstätte am ehemaligen Außenlager „Klinkerwerk“ in Oranienburg ihren Abschluss. Im Klinkerwerk produzierten die Inhaftierten zwischen 1938 und 1945 unter unmenschlichen Bedingungen Ziegelsteine für die geplante Reichshauptstadt „Germania“. 1942 wurde ein Teil der Ziegelproduktion zugunsten der Rüstungsproduktion abgerissen. Kurz vor der Einnahme des Geländes durch die Rote Armee am 22. April 1945 wurde das Klinkerwerk durch einen amerikanischen Bombenangriff nahezu vollständig zerstört. Ein großer Teil der Überlebenden verlor auf dem anschließenden Todesmarsch nach Lübeck noch kurz vor Kriegsende das Leben auf Grund von Erschöpfung oder Ermordung.

Das Klinkerwerk war bei den Inhaftierten besonders gefürchtet. Die Arbeitsbedingungen waren katastrophal, das Klinkerwerk das Außenkommando mit der höchsten Todesrate. Mit den Worten von Hermann Heidrich, dem Lagerführer des Klinkerwerkes, gab es hier „nur Gesunde oder Tote.“ Tausende Inhaftierte fielen der unmenschlichen Ausbeutung und dem grausamen Terror der SS zum Opfer. Sinnbild ihres Leidens sind die an der Gedenkstätte in verschiedenen Sprachen angebrachten Worte des Häftlings Leon Szalet aus dem Jahr 1944: „Unser Tagesablauf war Frieren, Gejagtwerden, Schnee- und Sandtragen im Rockzipfel, Fallen, Stürzen und wieder Gejagtwerden. Nur die Reihenfolge wechselte manchmal. Täglich blieben mehr von uns auf der Strecke. Die Toten wurden ersetzt. Es gab ja viel Ersatz.“

Einer der Inhaftierten und Befürworter von einem Geschichtspark Klinkerwerk war Pierre Gouffault, der ehemalige Präsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees. „Diesen Ort zu vergessen, käme einem Verbrechen gleich“, sagte er 2009, dem Jahr seines Todes. Nun endlich, fast genau 70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslager Sachsenhausen, wurde der von Pierre Gouffault ersehnte Geschichtspark eingeweiht. Unter den etwa 300 Gästen, die der Einweihung der Gedenkstätte am Hafenbecken des Oder-Havel-Kanals beiwohnten und der Opfer gedachten, waren rund 70 Überlebende. Auch unser Abgeordneter Andreas Galau, Daniel Friese, Beisitzer im Kreisverband Oberhavel, und Matthias Borowiak, Schatzmeister des AfD-Landesverbandes Brandenburg, gedachten der Opfer in stiller Trauer.

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